HTML einfach erklärt: Das Fundament, das Google liest
Zwei Seiten können identisch aussehen und trotzdem völlig unterschiedlich bei Google ankommen — der Unterschied liegt im HTML.
Weiter lesenDer Angebotspreis ist nur der erste Posten. Entscheidend ist, was die Website in drei Jahren insgesamt kostet — Ihre Stunden eingerechnet.
Die Frage Website Baukasten oder Agentur wird fast nie an der Technik entschieden. Sie wird an einer Rechnung entschieden, die kaum jemand aufmacht: Was kostet die Website in drei Jahren insgesamt? Der Angebotspreis ist dabei nur der erste von mehreren Posten.
Dieser Beitrag rechnet das durch — ohne die übliche Pointe, dass am Ende natürlich die Agentur gewinnt. Für einen Teil der Leser ist ein Baukasten die vernünftigste Entscheidung. Wir schreiben auch, für welchen.
Eine Vorbemerkung zu den Zahlen: Konkrete Abopreise von Wix, Jimdo oder Squarespace nennen wir hier nicht, weil sie sich laufend ändern und je nach Tarif stark auseinandergehen. Was stabil bleibt, sind die Posten, die man beim Überschlagen leicht vergisst. Genau um die geht es.
Fangen wir mit dem an, was oft unterschlagen wird. Ein Baukasten ist ein System, in dem Sie Ihre Seite selbst aus fertigen Bausteinen zusammensetzen — Wix, Jimdo und Squarespace gehören dazu, und auch WordPress mit einem gekauften Fertigdesign funktioniert in der Praxis ähnlich. Diese Systeme lösen eine Menge Probleme, für die man sonst jemanden bräuchte.
Sie sind sofort startklar. Hosting, also der Speicherplatz, auf dem die Seite liegt, ist enthalten. Das SSL-Zertifikat, das für die verschlüsselte Verbindung und das Schloss-Symbol im Browser sorgt, ebenfalls. Sicherheitsaktualisierungen laufen im Hintergrund, ohne dass Sie davon etwas mitbekommen.
Der zweite echte Vorteil ist die Selbstständigkeit. Sie können abends um zehn eine Öffnungszeit ändern, ein Foto tauschen oder einen Preis korrigieren, ohne jemanden zu fragen und ohne auf eine Antwort zu warten. Für viele kleine Betriebe ist das mehr wert als jedes Gestaltungsdetail.
Wer das kleinredet, argumentiert unehrlich. Eine gepflegte, aktuelle Baukastenseite ist besser als eine teure Agenturseite, die seit vier Jahren niemand angefasst hat. Die Frage ist nicht, ob Baukästen taugen, sondern ob sie zu Ihrem Fall passen.
Das Grundabo liegt bei den bekannten Anbietern im Bereich weniger Euro pro Monat. Der Betrag, der am Ende auf dem Kontoauszug steht, ist aber meist ein anderer. Das liegt an drei Mechanismen, die alle Anbieter ähnlich einsetzen.
In den Einstiegstarifen fehlt regelmäßig genau das, was ein Unternehmensauftritt braucht: die eigene Domain ohne Anbieterzusatz, die Werbefreiheit oder der Zugang zu den Auswertungen. Der Tarif, mit dem eine Firmenseite seriös aussieht, liegt in der Regel eine oder zwei Stufen höher. Rechnen Sie deshalb nie mit dem beworbenen Einstiegspreis.
Terminbuchung, Newsletter, eine zweite Sprache, ein kleiner Shop, eine bessere Bildergalerie — solche Funktionen kommen als Erweiterung dazu, und jede hat ihren eigenen Preis, oft ihr eigenes Abo. Eine Seite, die anfangs mit einem kleinen Betrag geplant war, hat nach anderthalb Jahren nicht selten drei Abrechnungen. Prüfen Sie vor dem Start, welche dieser Funktionen Sie absehbar brauchen, und addieren Sie sie sofort dazu.
Das ist der Punkt mit den größten Folgen. Solange Sie zahlen, ist die Seite online. Kündigen Sie, ist sie weg — nicht ausgeschaltet, sondern nicht mehr vorhanden. Eine Website, die Ihnen gehört, bleibt auch dann stehen, wenn Sie ein Jahr lang nichts daran tun.
Der Baukasten ist nicht günstig, weil er wenig kostet. Er ist günstig, weil Sie die Arbeit machen. Solange diese Arbeit mit null Euro in der Rechnung steht, ist jeder Vergleich schief.
Der Aufbau ist dabei nicht das Design. Der eigentliche Aufwand sind die Texte: Wie beschreiben Sie Ihre Leistung so, dass ein Fremder versteht, ob er richtig ist? Dazu kommen Bilder in vernünftiger Qualität, eine Struktur, die man versteht, die Kontrolle auf dem Handy, Impressum und Datenschutzerklärung. Das ist kein Abend, das sind mehrere.
Danach hört es nicht auf. Eine neue Leistung, ein neues Foto, geänderte Preise, ein rechtlicher Hinweis, der nachgezogen werden muss — über drei Jahre summieren sich diese kleinen Eingriffe. Und jeder von ihnen fällt zufällig immer dann an, wenn Sie ohnehin keine Zeit haben.
So bewerten Sie das ehrlich: Setzen Sie den Satz an, den Sie selbst pro Stunde in Rechnung stellen. Wenn Sie als Handwerksmeisterin eine Stunde auf der Baustelle abrechnen könnten, kostet die Stunde vor dem Bildschirm genau diesen Betrag. Rechnen Sie außerdem damit, dass Sie für dieselbe Aufgabe deutlich länger brauchen als jemand, der sie täglich macht.
Vergleichen Sie beide Wege mit denselben drei Posten: Anschaffung, laufende Kosten über 36 Monate und Ihre eigene Zeit. Nur so wird die Rechnung fair.
Auf der Baukastenseite stehen: das Abo mal 36, die Erweiterungen mal ihre Laufzeit, gegebenenfalls die Domain und eine Geschäfts-E-Mail-Adresse. Dazu Ihre Stunden für den Aufbau und Ihre Stunden für die Pflege, beide mit Ihrem Stundensatz bewertet. Der letzte Posten ist bei den meisten der größte.
Auf der Agenturseite steht ein einmaliger Betrag und danach eine flache Linie. Bei uns kostet ein One Pager mit allen Inhalten auf einer Seite 699,- € einmalig. Wer die Pflege komplett abgibt, nimmt das WebCare-Paket für 49,- € im Monat dazu — über 36 Monate sind das 1.764,- €, zusammen also 2.463,- €. Wer selbst pflegt, bleibt beim einmaligen Betrag plus Hosting und Domain.
Der interessante Teil ist nicht die Endsumme, sondern der Verlauf. Die Agenturvariante beginnt hoch und wird danach flach. Die Baukastenvariante beginnt sehr niedrig und steigt jeden Monat weiter — beim Geld langsam, bei Ihrer Zeit schnell.
Wo genau sich die beiden Linien kreuzen, hängt fast ausschließlich davon ab, wie teuer Ihre eigene Stunde ist. Woraus sich ein einmaliger Betrag zusammensetzt, steht ausführlich in unserem Beitrag was eine Website tatsächlich kostet.
Diesen Posten übersieht praktisch jeder, weil er beim Start noch keine Rolle spielt. Beim Wechsel dann umso mehr. Die Grundregel lautet: Ihre Inhalte gehören Ihnen, der Aufbau der Seite nicht.
Texte und Bilder bekommen Sie heraus, notfalls durch Kopieren. Die Vorlage, die Anordnung und die Funktionen bleiben im System des Anbieters. Ein Umzug ist deshalb kein Umzug, sondern ein zweiter Aufbau — mit demselben Aufwand wie beim ersten Mal. Bei einer Website auf einem eigenen System nehmen Sie dagegen Inhalte und Struktur mit, weil beides in Dateien liegt, die Ihnen gehören.
Der wichtigste Punkt überhaupt ist die Domain, also Ihre Internetadresse. Prüfen Sie noch heute, ob sie auf Ihren Namen registriert ist und nicht auf den des Anbieters oder eines Bekannten, der damals geholfen hat. Eine Adresse, die Ihnen nicht gehört, macht jeden Wechsel teuer bis unmöglich.
Es gibt Fälle, in denen wir selbst zum Baukasten raten würden. Wenn Ihre Aufträge über Empfehlung kommen und die Website nur bestätigen soll, dass es Sie gibt, dann ist sie ein Schaufenster — und ein Schaufenster braucht keine Vertriebsmaschine dahinter.
Ebenso, wenn Sie gerade anfangen und noch nicht sicher wissen, was Sie eigentlich anbieten. In dieser Phase ändert sich die Seite alle paar Wochen. Etwas Aufwendiges zu bauen, das man kurz darauf umwirft, ist Verschwendung. Dasselbe gilt für Vereine, Nebenerwerb und saisonale Angebote. Was eine Seite in dieser frühen Phase wirklich leisten muss und was warten kann, steht im Beitrag über Websites für junge Unternehmen in den ersten zwölf Monaten.
Und schließlich, wenn Sie gern selbst daran arbeiten. Manche Menschen machen das abends mit Vergnügen. Wer das tut, spart nicht nur Geld, sondern versteht seine eigene Seite auch besser als jeder Externe.
Die Rechnung dreht sich, sobald die Website nicht nur existieren, sondern Anfragen bringen soll. Dann geht es nicht mehr um Bausteine, sondern um Aufbau, Reihenfolge und Formulierung — also um genau die Arbeit, die ein Baukasten Ihnen nicht abnimmt. Was eine Seite dafür leisten muss, beschreiben wir in Website als Vertriebskanal.
Sie dreht sich außerdem, wenn Ihre Zeit teuer ist, wenn Ladezeit und Auffindbarkeit bei Google für Sie Geld bedeuten oder wenn rechtliche Anforderungen im Spiel sind. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt in Deutschland seit dem 28. Juni 2025 und betrifft je nach Angebot auch kleinere Anbieter. Solche Anforderungen sauber umzusetzen, ist in einem fertigen Vorlagensystem oft nur eingeschränkt möglich.
Ja, und viele tun das. Rechnen Sie aber damit, dass Sie Inhalte mitnehmen und die Seite neu aufbauen, statt sie umzuziehen. Wichtig ist nur, dass die Domain Ihnen gehört — dann bleibt Ihre Adresse gleich und die bei Google aufgebaute Sichtbarkeit geht nicht verloren.
Grundsätzlich nein. Eine gut strukturierte Baukastenseite mit klaren Texten schlägt eine schlecht gemachte Individualseite jederzeit. Unterschiede zeigen sich vor allem bei der Ladezeit und dort, wo Sie an technischen Stellschrauben nicht herankommen. Der größere Hebel liegt fast immer beim Inhalt.
Bei uns übernimmt das WebCare-Paket für 49,- € im Monat die laufende Betreuung — Aktualisierungen, Sicherung, kleine Änderungen. Der Sinn dahinter ist weniger die Technik als der Kalender: Was regelmäßig jemand anderem gehört, bleibt aktuell. Was Sie sich selbst vornehmen, verschiebt sich.
Das hängt weniger von Ihrer Größe ab als davon, was die Website leisten soll. Für einen Ein-Personen-Betrieb, der über die Seite Anfragen bekommen will, kann ein einzelner gut gebauter One Pager völlig genügen. Für ein Schaufenster ohne Vertriebsaufgabe ist ein Baukasten dagegen auch bei einem größeren Betrieb vertretbar.
Nehmen Sie ein Blatt Papier und schätzen Sie zuerst, wie viele Stunden Sie für den Aufbau bräuchten und wie viele Stunden Pflege pro Jahr realistisch anfallen. Multiplizieren Sie beides mit Ihrem eigenen Stundensatz. Addieren Sie das Abo mal 36 Monate und alle Erweiterungen, die Sie absehbar brauchen.
Stellen Sie diese Summe dem einmaligen Betrag einer gebauten Website gegenüber, plus Pflege, falls Sie sie abgeben wollen. Und stellen Sie sich eine letzte Frage: Soll die Seite bestätigen, dass es Sie gibt — oder soll sie Anfragen bringen? Diese Frage entscheidet mehr als jede Zahl.
Wenn Sie am Ende bei einer gebauten Website landen, finden Sie in unserer Übersicht der Website-Angebote die drei Pakete mit Preis und Bearbeitungszeit. Und wenn Sie beim Baukasten bleiben: Kümmern Sie sich zuerst um die Domain auf Ihren Namen. Das ist die Entscheidung, die Sie in drei Jahren am meisten freuen wird.
Zwei Seiten können identisch aussehen und trotzdem völlig unterschiedlich bei Google ankommen — der Unterschied liegt im HTML.
Weiter lesenZwischen dem Klick und der sichtbaren Seite liegen Sekunden, die über Ihre Anfragen entscheiden — und über die Technik lässt sich daran mehr ändern, als die meisten vermuten.
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