Core Web Vitals erklärt: die drei Zahlen, die Google misst
Google misst an Ihrer Seite drei Dinge: wann man etwas sieht, ob es beim Laden springt und wie schnell sie auf einen Klick reagiert.
Weiter lesenDie meisten Firmenseiten sagen, dass es das Unternehmen gibt. Verkauft wird erst, wenn sie sagen, wobei sie helfen.
Die meisten Firmenseiten beantworten genau eine Frage: Gibt es dieses Unternehmen? Name, Logo, ein Bild vom Betrieb, eine Liste der Leistungen, Anschrift. Das ist eine Visitenkarte — korrekt, vollständig und vertrieblich wirkungslos.
Eine Website als Vertriebskanal beantwortet eine andere Frage: Können Sie mein Problem lösen, und was passiert, wenn ich mich melde? Der Unterschied liegt fast nie in der Gestaltung. Er liegt darin, aus wessen Blickwinkel die Seite geschrieben ist.
Hier geht es nicht darum, mit welchem System Sie Ihre Seite bauen — diese Frage klärt unser Kostenvergleich zwischen Baukasten und Agentur. Hier geht es darum, was inhaltlich darauf stehen muss, damit sie Anfragen erzeugt statt nur zu existieren. Das gilt für jede Technik gleichermaßen.
Lesen Sie die Startseite Ihres Unternehmens und markieren Sie jeden Satz, in dem „wir“ das Subjekt ist. Bei den meisten Seiten bleibt danach wenig übrig. „Wir sind seit vielen Jahren am Markt“, „Wir arbeiten mit modernster Technik“, „Wir bieten ein breites Leistungsspektrum“ — alles wahr, alles über Sie.
Der Besucher sitzt aber mit einem Problem vor der Seite, nicht mit Interesse an Ihrer Firmengeschichte. Er hat einen Wasserschaden, eine Kündigung auf dem Tisch oder eine Steuerprüfung angekündigt bekommen. Er sucht jemanden, der genau diese Situation kennt.
Die Übersetzung ist einfacher, als sie klingt. Aus „Wir arbeiten mit modernster Messtechnik“ wird „Wir finden die undichte Stelle, ohne die halbe Wand aufzustemmen“. Derselbe Sachverhalt, aber aus der Sicht dessen, der die Wand besitzt.
Niemand schreibt eine Anfrage, solange noch offene Fragen im Kopf sind. Diese Fragen sind bei fast allen Dienstleistungen dieselben, und sie kommen in einer festen Reihenfolge. Eine Seite, die verkauft, arbeitet sie der Reihe nach ab.
Gehen Sie Ihre Seite mit dieser Liste durch und haken Sie ab, was tatsächlich beantwortet wird. Meist bleiben mehrere Fragen offen, und jede offene Frage ist ein Grund, weiterzusuchen. Der Interessent stellt sie Ihnen nicht — er geht einfach zum nächsten Suchergebnis.
Beantworten Sie diese Fragen dort, wo sie entstehen, nicht auf einer Unterseite, die man erst finden muss. Ein Preisrahmen gehört neben die Leistung, nicht in eine gesonderte Rubrik. Der Ablauf gehört dorthin, wo jemand kurz davor ist, sich zu melden.
Die Leistungsliste ist der häufigste Fehler auf kleinen Unternehmensseiten. Sie besteht aus Fachbegriffen, die intern völlig klar sind: „Thermografie“, „Betriebsprüfungsbegleitung“, „Onboarding-Konzepte“. Der Fachmann liest die Liste und weiß Bescheid. Der Kunde liest sie und weiß nicht, ob er richtig ist.
Schreiben Sie jede Leistung stattdessen in drei Teilen: Für wen ist sie, welches Problem löst sie, und was hat der Kunde am Ende in der Hand. Das ist mehr Text, aber es ist der Text, der die Arbeit macht. Eine Leistung mit drei erklärenden Sätzen verkauft besser als zwölf Stichworte untereinander.
Ein Nebeneffekt ist die Auffindbarkeit bei Google. Ihre Kunden suchen nicht nach „Thermografie“, sondern nach „feuchte Wand Ursache finden“. Diese Wörter stehen nur dann auf Ihrer Seite, wenn Sie die Leistung so beschreiben, wie der Kunde sie erlebt.
Viele Betriebe schreiben bewusst unscharf, um niemanden auszuschließen. Die Wirkung ist genau umgekehrt: Wenn sich niemand angesprochen fühlt, meldet sich niemand. Ein Satz wie „Wir arbeiten vor allem für Betriebe mit fünf bis fünfzig Mitarbeitern im Rheinland“ schließt zwar Leute aus — aber er sorgt dafür, dass die Passenden sich sicher sind.
Diese Klarheit spart Ihnen außerdem Zeit. Anfragen, die nicht passen, kosten Beratung und enden ohne Auftrag. Eine Seite, die deutlich sagt, für wen sie geschrieben ist, filtert diese Fälle vorher heraus.
„Über uns“ ist meistens die Seite, an der am längsten gefeilt wird — und selten die, die eine Anfrage auslöst. Der Grund ist einfach: Sie wird gelesen, nachdem sich jemand für Ihre Leistung interessiert, nicht davor. Wer noch nicht weiß, ob Sie sein Problem lösen, interessiert sich nicht für Ihre Firmenchronik.
Das heißt nicht, dass die Seite unwichtig ist. Sie hat nur eine andere Aufgabe: Sie bestätigt eine Entscheidung, die im Kopf schon gefallen ist. Deshalb gehört dort auch nicht die Geschichte seit der Gründung hin, sondern das, was Vertrauen stützt — wer arbeitet hier, wie arbeiten wir, warum machen wir es so.
Investieren Sie Ihre Zeit stattdessen in die Leistungsseiten. Dort entscheidet sich, ob jemand überhaupt so weit kommt. Bei einem Multi Pager mit eigener Seite je Leistung ist genau das der Grund für die Aufteilung: Jede Leistung bekommt Platz für ihre eigene Argumentation und kann bei Google für ihre eigenen Suchbegriffe gefunden werden.
Referenzen sind das übliche Mittel, aber sie sind nicht das einzige. Wer neu ist, den Kundennamen nicht nennen darf oder unter Verschwiegenheit arbeitet, hat trotzdem mehrere Möglichkeiten. Vertrauen entsteht durch Nachprüfbarkeit, nicht durch Lob.
Sobald Sie erste Projekte haben, sammeln Sie systematisch. Fragen Sie direkt nach Abschluss, wenn die Zufriedenheit frisch ist, und bitten Sie um zwei konkrete Sätze statt um allgemeines Lob. Ein Satz, der ein Problem und dessen Lösung benennt, wirkt stärker als fünf Sterne ohne Begründung.
Eine Visitenkarte ist fertig, wenn sie stimmt. Ein Vertriebskanal ist nie fertig, weil sich Angebot, Kundschaft und Fragen verändern. Der wichtigste Unterschied ist deshalb kein Bauteil, sondern eine Gewohnheit.
Notieren Sie über vier Wochen jede Frage, die Ihnen Interessenten am Telefon stellen. Die Fragen, die dreimal vorkommen, gehören auf die Website — mit der Antwort, die Sie ohnehin jedes Mal geben. Das ist die günstigste und wirksamste Verbesserung, die es gibt, und sie kostet nur einen Notizzettel.
Dazu kommt der nächste Schritt. Jede längere Seite braucht am Ende einen klar benannten Weg nach vorn — was der Interessent jetzt tun soll und was danach passiert. Ohne diesen Satz liest jemand zu Ende, nickt und schließt den Tab. Warum Besucher trotz Interesse nicht schreiben, haben wir in Besucher kommen, aber niemand fragt an im Einzelnen aufgeschlüsselt.
Regional gilt dasselbe in verschärfter Form. Wer Kunden im Umkreis sucht, muss auf der Seite sagen, wo er arbeitet und für welche Branchen — ein Beispiel dafür ist unser Beitrag zu Websites für Handwerk und Mittelstand in Dortmund.
Einen Rahmen ja, eine exakte Zahl nicht. „Projekte beginnen üblicherweise bei…“ oder eine Spanne mit der Erklärung, was sie nach oben und unten treibt, genügt völlig. Wer gar nichts nennt, verliert diejenigen, die keine Lust auf ein Verkaufsgespräch mit unbekanntem Ausgang haben — und das sind heute die meisten.
Für ein klar umrissenes Angebot mit einer Zielgruppe: ja. Ein gut aufgebauter One Pager, der die Fragen von oben der Reihe nach beantwortet, funktioniert besser als fünf halbherzige Unterseiten. Sobald Sie mehrere Leistungen für unterschiedliche Zielgruppen anbieten, wird es eng — dann braucht jede Leistung ihren eigenen Platz.
Zu viel Text ist Text, der nichts beantwortet. Ein Absatz, der eine echte Frage des Kunden klärt, wird gelesen, auch wenn er lang ist. Drei Zeilen Selbstlob werden übersprungen, auch wenn sie kurz sind. Die Länge ist nicht das Kriterium, der Nutzen ist es.
Nein, und jeder, der das verspricht, verkauft Ihnen etwas. Bei Google braucht Sichtbarkeit Wochen bis Monate. Was sofort wirkt, ist die Quote unter denen, die ohnehin schon kommen: über Empfehlung, über Ihre Visitenkarte, über das Firmenschild. Diese Menschen entscheiden auf Ihrer Seite, ob sie anrufen.
Fangen Sie mit dem Satz an, der ganz oben steht. Er sollte in der Sprache Ihrer Kunden sagen, was Sie für wen tun — nicht, wie Sie heißen. Nehmen Sie sich danach die meistbesuchte Leistungsseite vor und beantworten Sie dort die sieben Fragen von oben, in dieser Reihenfolge.
Der dritte Schritt ist der Weg zum Kontakt. Machen Sie ihn kurz, sichtbar und ohne Hürde — bei uns sind das WhatsApp und eine E-Mail-Adresse, weil das die Wege sind, die Menschen ohnehin täglich benutzen. Prüfen Sie, ob Ihr Kontaktweg auf dem Handy mit einem Fingertipp erreichbar ist.
Wenn Sie das durchgegangen sind und merken, dass die vorhandene Seite die Aufgabe nicht tragen kann, finden Sie in der Übersicht unserer Website-Angebote die Pakete mit Preis und Bearbeitungszeit. Wichtiger als die Wahl des Pakets ist aber die Arbeit davor: zu wissen, welche Fragen Ihre Seite beantworten muss. Diese Antworten kann Ihnen niemand abnehmen — sie stecken in Ihren Kundengesprächen.
Google misst an Ihrer Seite drei Dinge: wann man etwas sieht, ob es beim Laden springt und wie schnell sie auf einen Klick reagiert.
Weiter lesenDie meisten Datenschutz-Probleme auf Unternehmenswebsites entstehen nicht aus Absicht, sondern aus Kopieren.
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