Mobile First Webdesign: Warum das Handy zuerst kommt
Google bewertet nicht die Fassung, die Sie auf Ihrem Bürobildschirm abgenommen haben — sondern die, die Ihr Kunde im Bus sieht.
Weiter lesenZwei Angebote, zwei Systeme, eine Entscheidung — und niemand sagt Ihnen, dass die Antwort von Ihrem Betrieb abhängt und nicht von der Technik.
Sie holen zwei Angebote für Ihre neue Website ein. Das eine baut auf WordPress, das andere auf Next.js. Beide klingen überzeugend, beide nennen gute Gründe — und entscheiden sollen Sie, ohne die Technik dahinter zu kennen.
WordPress oder Next.js ist keine Glaubensfrage, auch wenn sie oft so verhandelt wird. Es sind zwei Werkzeuge mit unterschiedlichen Stärken. WordPress ist ein Redaktionssystem: eine Verwaltung, in der Sie Inhalte anlegen und aus der bei jedem Aufruf eine Seite zusammengebaut wird. Next.js ist ein Gerüst für Websites, die fertig ausgeliefert werden, statt bei jedem Aufruf neu zu entstehen.
Dieser Beitrag vergleicht beide ehrlich — samt der Fälle, in denen WordPress die klar bessere Wahl ist. Wir betreuen beide Systeme. Es gibt für uns also keinen Grund, Ihnen das eine schönzureden und das andere schlechtzumachen.
WordPress ist ursprünglich als Werkzeug zum Veröffentlichen von Beiträgen entstanden und über zwei Jahrzehnte zu einem vollwertigen Redaktionssystem gewachsen. Es gehört zu den am weitesten verbreiteten Systemen im Netz. Das ist kein Zufall, sondern die Folge von zwei echten Stärken.
Die erste ist die Redaktion. Wer täglich Inhalte veröffentlicht, findet in WordPress alles, was dafür nötig ist: Entwürfe, Vorschau, Freigaben, unterschiedliche Rechte für unterschiedliche Personen. Mehrere Leute können parallel arbeiten, ohne sich abzusprechen.
Die zweite ist der Baukasten an Erweiterungen. Für fast jede Anforderung gibt es eine fertige Lösung — Terminbuchung, Newsletter, Shop, mehrsprachige Seiten. Was anderswo programmiert werden müsste, ist hier oft eine Installation und eine halbe Stunde Einrichtung.
Der letzte Punkt wird unterschätzt. Wenn Ihre Agentur den Betrieb einstellt, finden Sie für eine WordPress-Seite morgen jemand anderen. Bei ungewöhnlicheren Systemen kann diese Suche unangenehm werden.
Die Stärke von WordPress ist gleichzeitig seine Schwäche: Es besteht aus vielen Teilen von vielen Herstellern. Jede Erweiterung ist Software von jemand anderem, mit eigenem Zeitplan für Aktualisierungen und eigener Qualität.
Daraus folgt der erste Kostenblock: die Pflege. Kern, Erweiterungen und Design müssen regelmäßig aktualisiert werden, und nach jeder Aktualisierung sollte jemand prüfen, ob noch alles funktioniert. Wird das versäumt, wächst über Monate ein Rückstand, dessen Auflösung irgendwann teurer ist als die Pflege gewesen wäre. Was das konkret kostet, haben wir in Wartung ist kein Luxus, sondern Pflicht aufgeschrieben.
Der zweite Block ist die Sicherheit. Weil so viele Seiten auf WordPress laufen, lohnt es sich für Angreifer, automatisiert nach bekannten Lücken zu suchen. Das ist kein Makel des Systems, sondern eine Folge seiner Verbreitung — aber es bedeutet, dass Aktualisierungen zeitnah eingespielt werden müssen.
Der dritte Block ist die Ladezeit. Jede Erweiterung bringt eigene Dateien mit, die der Browser Ihres Besuchers zusätzlich laden muss. Bei drei Erweiterungen merkt niemand etwas. Bei zwanzig gewachsenen Erweiterungen wird eine Seite auf dem Mobiltelefon spürbar zäh.
Next.js geht das Problem an einer anderen Stelle an. Statt jede Seite bei jedem Aufruf aus einer Datenbank zusammenzusetzen, wird sie im Voraus fertig gebaut und dann nur noch ausgeliefert. Für Seiten, die sich selten ändern — Leistungen, Referenzen, Impressum — fällt damit die gesamte Rechenarbeit im Moment des Aufrufs weg.
Das zweite Prinzip: Es wird nur mitgeschickt, was gebraucht wird. Es gibt keinen Unterbau, der vorsichtshalber Funktionen für alle möglichen Fälle mitlädt. Was das für Ladezeit und Sichtbarkeit bedeutet, steht ausführlich in Next.js für Unternehmen.
Unter der Haube läuft dabei Node.js — die Technik, mit der ein Server heute Seiten ausliefert und Formulare verarbeitet; wir haben sie in Node.js einfach erklärt beschrieben. Der Preis für das Tempo ist Flexibilität im Kleinen. Es gibt keinen Erweiterungs-Katalog, aus dem sich eine neue Funktion in zehn Minuten dazuklicken lässt. Was gebraucht wird, wird gebaut — sauberer und schneller, aber beim ersten Mal aufwendiger.
Es gibt Konstellationen, in denen wir Ihnen von einem Wechsel abraten würden — und das sind keine Ausnahmen, sondern häufige Fälle.
Der klarste ist die große Redaktion. Wenn bei Ihnen mehrere Personen täglich Inhalte schreiben, redigieren und freigeben, brauchen Sie genau die Arbeitsabläufe, für die WordPress gemacht ist. Ein System, das diese Abläufe erst nachbauen müsste, wäre teurer und schlechter.
Der zweite Fall: Ihre Seite läuft. Sie ist schnell genug, sie wird gepflegt, sie bringt Anfragen. Dann gibt es keinen Grund für einen Wechsel, egal wie modern die Alternative ist. Technik auszutauschen, die ihren Zweck erfüllt, ist verbranntes Geld.
Der dritte Fall betrifft Anforderungen, für die es ausgereifte Standardlösungen gibt. Ein Onlineshop mit gewöhnlichen Abläufen, eine Mitgliederverwaltung, ein Buchungssystem: Wenn eine erprobte Erweiterung das abdeckt, ist der Nachbau selten sinnvoll.
Die Entscheidung ist kein Entweder-oder. Es gibt einen Weg, der beide Stärken verbindet: Die Inhalte werden weiterhin in einem Redaktionssystem gepflegt — in der gewohnten Oberfläche, mit den gewohnten Abläufen —, aber die Website selbst wird daraus fertig gebaut und schnell ausgeliefert.
Dieses Modell heißt Headless: Das Redaktionssystem verliert seinen eigenen Kopf, also die Anzeige, und liefert nur noch die Inhalte. Für Betriebe, die viel pflegen und trotzdem Tempo brauchen, ist das oft die passendste Lösung. Wie das im Alltag aussieht, erklären wir in Headless CMS erklärt.
Beantworten Sie diese Fragen für Ihren Betrieb, nicht für den Idealfall aus einem Werbetext.
Ein Wechsel ist ein Neubau, kein Anstrich. Ihre Inhalte werden übernommen, Ihre Internetadresse bleibt dieselbe, die Gestaltung wird in der Regel neu entworfen. Der Aufwand liegt in der Umleitung: Jede Adresse einer Unterseite, die Google kennt, muss auf ihre neue Entsprechung zeigen. Wird das übersprungen, verlieren Sie Sichtbarkeit, die Sie über Jahre aufgebaut haben.
Planen Sie außerdem den Betrieb danach ein. Auch eine Seite ohne Erweiterungen braucht Aktualisierungen, Sicherungskopien und einen Blick auf die Zahlen. Bei uns läuft das über das WebCare-Paket für 49,- € im Monat, alles Weitere steht unter Website-Betreuung und SEO.
Nein. Ein aktuell gehaltenes WordPress mit wenigen, gepflegten Erweiterungen ist ein solides System. Unsicher wird es durch Vernachlässigung: veraltete Erweiterungen, schwache Zugänge, fehlende Sicherungskopien.
Der ehrliche Unterschied ist nicht Sicherheit gegen Unsicherheit, sondern Angriffsfläche. Wo weniger fremde Bausteine laufen, gibt es weniger, das gepflegt werden muss — und weniger, das man vergessen kann.
Ja. Das ist der häufigste Irrtum bei dieser Entscheidung. Auch bei einer modern gebauten Seite hängt in der Regel ein Redaktionssystem dahinter, in dem Sie Texte, Bilder und Beiträge selbst ändern. Der Unterschied ist, dass dieses System von der Website getrennt ist.
Die bleiben erhalten, wenn der Umzug sauber gemacht wird. Entscheidend sind zwei Dinge: dass jede alte Adresse dauerhaft auf ihre neue Entsprechung umgeleitet wird und dass die Inhalte nicht auf dem Weg verloren gehen. Kurzfristige Schwankungen in den Rankings sind nach einem Umzug normal.
Diese Seite läuft auf Next.js. Das heißt nicht, dass wir es jedem empfehlen — wir betreuen ebenso WordPress-Seiten und würden bei einer täglich gefüllten Redaktion auch dazu raten. Die Frage ist nie, welches System besser ist, sondern welches zu Ihrem Betrieb passt.
Fangen Sie nicht bei der Technik an, sondern bei Ihrem Alltag. Zählen Sie, wie oft im letzten halben Jahr tatsächlich jemand etwas an der Website geändert hat und wie viele Personen das waren. Diese eine Zahl beantwortet die Frage häufig schon.
Legen Sie danach Ihre laufenden Kosten eines Jahres daneben und öffnen Sie Ihre Seite auf dem Mobiltelefon außerhalb des Büro-WLANs. Wenn die Pflege teuer ist, kaum jemand etwas ändert und die Seite langsam lädt, spricht viel für einen Wechsel. Trifft das Gegenteil zu, bleiben Sie, wo Sie sind.
Wenn Sie sich unsicher sind, schauen wir uns Ihre bestehende Seite an und sagen Ihnen, was wir an Ihrer Stelle täten — auch dann, wenn die Antwort lautet, dass Sie nichts ändern sollten. Ein Neubau beginnt bei uns beim One Pager für 699,- € und reicht bis zur Enterprise-Website für 2299,- €.
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