Technik
CDN
Ein Netz aus Zwischenspeichern in vielen Ländern, das Bilder und Dateien einer Website immer vom nächstgelegenen Standort ausliefert.
Ein Getränkehändler mit Kundschaft in ganz Deutschland fährt nicht jede Kiste einzeln aus Bonn nach Rostock. Er unterhält Regionallager, und der Kunde bekommt seine Lieferung aus dem nächstgelegenen. Das Getränk ist dasselbe, nur der Weg ist kürzer.
Ein CDN (englisch für „Auslieferungsnetz für Inhalte“) macht genau das mit Ihrer Website. Bilder, Schriften und fertige Seiten liegen als Kopie auf Rechnern in vielen Städten. Ruft jemand aus Hamburg Ihre Seite auf, antwortet ein Rechner in Hamburg statt einer in Frankfurt. Der Zeitgewinn liegt bei wenigen hundert Millisekunden — genug, um in den Core Web Vitals sichtbar zu werden.
Der übliche Irrtum: Ein Auslieferungsnetz mache eine langsame Seite schnell. Es verkürzt den Weg, nicht die Arbeit. Wenn eine Seite drei Sekunden braucht, weil sie zu viel Programmcode nachlädt, ändert das kürzere Kabel daran fast nichts. Der zweite Stolperstein ist der Zwischenspeicher selbst: Nach einer Textänderung kann für kurze Zeit noch die alte Fassung ausgeliefert werden, wenn niemand den Speicher leert.
Rechtlich ist ein Punkt zu klären: Die Rechner des Netzes sehen die IP-Adresse Ihrer Besucher. Sitzen sie außerhalb der EU, braucht es eine saubere Grundlage und den passenden Vertrag mit dem Anbieter. Das ist lösbar, muss aber vor dem Einsatz geklärt sein und nicht danach.
Warum das für Sie zählt
Interessant wird ein Auslieferungsnetz für Sie in drei Fällen: Ihre Kundschaft sitzt über mehrere Länder verteilt, Ihre Seite hat plötzliche Besucherspitzen — etwa nach einem Zeitungsbericht —, oder Sie liefern viele große Bilder aus. In allen anderen Fällen ist es ein bequemer Zusatz, aber kein Wundermittel.
Bei den meisten modernen Hosting-Plattformen ist es ohne Aufpreis dabei. Ob es bei Ihnen tatsächlich wirkt, zeigt eine Messung der Ladezeiten vor und nach der Umstellung — alles andere ist Behauptung.
